Gesundheit

Wenn man viele Kaninchen hat ergibt sich auch mal die ein oder andere Krankheit, einige möchten wir hier aufgreifen mit denen wir selbst Erfahrungen sammeln mussten oder die im Bekanntenkreis aufgetreten sind.

Wir möchten Euch gerne an unseren Erfahrungen teil haben lassen, betonen aber das wir keine Tierärzte sind und keinen Anspruch auf absolute Richtigkeit erheben! Wir teilen hier lediglich unsere Erfahrungen mit und hoffen Euch den ein oder anderen guten Tip geben zu können.

 

 

tränende Augen

Kaninchen bekommen recht schnell mal tränende Augen. Ist die Ursache unklar sollte das Tier beim Tierarzt untersucht werden um auszuschließen das es von den Zähnen kommt.
Eine Bindehautentzüng sollte mit verschreibungspflichtigen Augentropfen behandelt werden und gehört damit auch in die Hände des Tierarztes.
Hat das Tier nur eine leichte Verletzung oder Reizung der Hornhaut kann man mit ein wenig Bepanthen Augen & Nasensalbe die Heilung unterstützen. Eine Verletzung der Hornhaut kann man nicht mit dem blossen Auge sehen, das muss vom Tierarzt mit Fluoron untersucht werden. Also im Zweifelsfall immer den Tierarzt aufsuchen!

 

Milben

Gegen Milben haben wir sehr gute Ergebnisse mit Kieselgur erzielt. Es wirkt mechanisch auf die Milben und tötet sie ab ohne dabei Gift oder Chemie einsetzen zu müssen.
Eine kleine Menge Kieselgur ins Fell einreiben, bis auf die Haut und das zwei bis drei Tage hintereinander. Den Stall und die Einstreu etwas mit Kieselgur bestäuben, dann da leben die Milben und kommen meist aus verseuchtem Stroh oder Einstreu.
Das Kieselgur darf nur sparsam verwendet werden, da es in großen Mengen schädlich für die Lungen sein kann. Eine kleine Menge reicht absolut aus um gute Ergebnisse zu erzielen!
Bei einem starken Befall sollte man die Behandlung nach 10 Tagen wiederholen.
Die Anwendung von Kieselgur ist auch bei Jungtieren möglich.

 

Kokzidien

Die Behandlung von Kokzidien gehört in die Hände eines erfahrenen Tierarztes. Dieser wird 5%iges Baycox verschreiben. (bitte unbedingt darauf achten das es das milchige 5%ige ist und nicht das klare 2,5%ige, welches für Geflügel ist und für Kaninchen ungeeignet, da es ätzend in der Speiseröhre wirkt.
Das Baycox wird mit 0,2ml pro kg Körpergewicht des Kaninchens dosiert. Die mittlerweile Gängige Methode zur Verabreichung ist 2-5-2, d. h. 2 Tage geben, 5 Tage Pause, 2 Tage geben.
Zeitgleich sollten die Ställe gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Kokzidien und Ozysten (ihre Larven) sterben am besten bei hohen Temperaturen ab. Im Innengehege kann man z.B. alles heiss abwaschen oder mit dem Dampfreiniger bearbeiten.
Im Außengehege flämmt man Ställe, Möbel und Steinplatten am besten mit einem einem Unkrautvernichter ab.

Eine geringe Anzahl Kokzidien im Kaninchendarm ist übrigens normal und unbedenklich. Bei Stress oder falscher Ernährung können die Kokzidien allerdings Überhand nehmen und dann sollte behandelt werden. Treten Symptome auf wie Durchfall, Apathie oder häuft liegen bleibender Blinddarmkot empfiehlt es sich eine Kotprobe beim Tierarzt untersuchen zu lassen.

Vorbeugend kann man den Darm der Kaninchen mit Oregano-Öl unterstützen, das man ins Trinkwasser mischt.
Unsere bekommen regelmässig Röhnfried Darmwohl ins Wasser.

 

Kaninchenseuche RHD und RHD2

Leider greift zur Zeit die Kaninchenseuche RHD2 (auch Chinaseuche genannt) um sich und verbreitet sich in Deutschland rasend schnell. Auch bei uns in NRW (Essen, Mülheim, ect.) gab es leider einige Fälle von RHD2 und es werden immer mehr.

Die Viren übertragen sich durch Kontakt von Kaninchen zu Kaninchen, durch Schuhsolen (wenn man über eine verseuchte Wiese gelaufen ist), durch Obst und Gemüse aus dem Supermarkt und auch durch Insekten und andere Tiere. Sie sind äußerst resistent und widerstandsfähig.

Also unsere inständige Bitte an Euch: lasst Eure Tiere mit Filavac oder Eravac gegen RHD und RHD2 impfen. Nichts sonst schützt Eure Kaninchen vor dieser tückischen und hochgradig ansteckenden Krankheit.

Wenn Euch die Seuche erwischen sollte haben die betroffenen Tiere kaum eine Chance wenn sie nicht geimpft sind.
Wollt Ihr das Gehege nach einem RHD-Ausbruch neu mit Kaninchen besetzen gilt es darauf zu achten das die Kaninchen mit Filavac oder Eravac geimpft sind und das nach der 10. Woche! Man kann die Kaninchen ab der 4. Woche bereits impfen, zu diesem Zeitpunkt wirken aber noch die maternalen Antikörper, so das der Wirkstoff noch nicht 100%ig wirksam ist. Ein Kaninchen das so früh geimpft wurde MUSS auf jeden Fall mit 10 Wochen nochmal nachgeimpft (geboostert) werden um einen guten Impfschutz aufzubauen! Der volle Impfschutz ist normalerweise 7 Tage nach der Impfung vorhanden. Möchte man das Kaninchen in ein bereits mit RHD infiziertes Gehege setzen würde ich mindestens 14 Tage warten!

Das Gehege sollte sehr gründlich gereinigt und desinfiziert werden! Zur Desinfektion eignet sich z. B. Chloramin T 
und/oder Peressigsäure, auch für Ställe und Einrichtungsgegenstände aus Holz. Beides bitte unbedingt nach Vorschrift verwenden, da es sonst nicht wirken kann. Platten im Gehege kann man auch gut mit Hitze behandeln, z. B. mit einem Unkrautvernichter. Trotzdem sollte man sich darüber im klaren sein das die RHD Viren bis zu 7 Monate im Gehege bleiben, durch die Reinigung kann man nur den Virendruck senken aber nicht alle Viren beseitigen. Das A und O ist also:
NUR geimpfte Tiere! Nach der 10. Woche, mit Filavac oder Eravac, die Impfung sollte mindestens 14 Tage her sein, das Tier sollte vor der Impfung auf Kokzidien untersucht worden sein, da die Impfe sonst, bei einem hohen Befall, möglicherweise unwirksam ist.

An RHD oder RHD2 verstorbene Tiere dürfen keinesfalls im Garten beigesetzt werden! Die Viren verbreiten sich über die Erde und überleben unter Umständen mehrere Jahre im Erdreich.